Pollenallergie im Jahresverlauf

Gefahr für Allergiker durch Ambrosia- und Kräuterpollen

Gefahr für Allergiker durch Ambrosia- und Kräuterpollen

Seit August blüht die Ambrosia
Bei uns noch nicht lange heimisch, aber immer weiter verbreitet, fing ab August das Traubenkraut (Ambrosia) an zu blühen und das noch bis in den späten Herbst hinein. Viele Experten sehen auch gerade in diesen Pollen ein hohes Allergen-Potential und die Pollen aus den unscheinbaren gelben Blüten gelten als die aggressivsten der Welt. Sie können schwere Allergien und Asthma auslösen, und das nicht nur bei Menschen, die dafür besonders anfällig sind.

Herbstheuschnupfen, hervorgerufen durch Kräuterpollen kommt hierzulande häufig vor.
Die Allergien werden hierbei meist ausgelöst durch Beifuss, Birke, Erle, verschiedene Gräser, Haselnuss, Roggen, Sauerampfer, Spitzwegerich u. a.. Ein Pollen-Ende ist erst Ende November in Sicht, wenn die letzten Kräuter ihre Produktion vor der winterlichen Ruhepause einstellen.


Klimawandel - Explodierende Natur im April
Für Millionen Heuschnupfen-Patienten hat ihre alljährliche Leidenszeit dieses Jahr bereits im April ihren ersten Höhepunkt gefunden. Der diesjährige April war einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Das warme Wetter hat sich deutlich in der förmlich explodierenden Natur wieder gespiegelt: Innerhalb weniger Wochen sind die Bäume vom Winter- zum Sommerkleid gewechselt und die Pflanzen haben viel schneller gegrünt und geblüht als normalerweise. Die Birken hatten daher ihre Hauptblühphase bereits in der zweiten Aprilhälfte überschritten und die hohen Temperaturen, verbunden mit Wind und Trockenheit, haben die Pollen förmlich angetrieben. Das hatte zur Folge, dass auch die Reaktionen von Allergikern oft extrem waren. Neben Nasen- und Augenreizungen gab es zu dieser Zeit auch eine Häufung von asthmatischen Beschwerden.


Im Juni Gefahr durch Gräserpollen
Im Juni herrscht die Hauptblütezeit der Gräser. Gräser- und Roggen-Allergien gehören mit zu den häufigsten Ursachen für Heuschnupfen. Bei einer Pollenallergie reagiert der Körper bereits auf kleinste Mengen bestimmter Pflanzenpollen. Ein einzelner Grashalm aber setzt Millionen von Gräserpollen frei.


Neues System warnt Allergiker vor Pollenflug
Ende April ging es durch die Presse: Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat in Freiburg die neue Pollenflugzentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eröffnet. Bis Ende 2011 soll ein Messnetz von 15 automatischen Pollenmonitoren aufgebaut werden, die aktuelle Daten an die Zentrale in Freiburg liefern, wo diese mit den Vorhersagen des Wetterdienstes weiterverarbeitet werden. So schnell und so umfassend wird weltweit kaum irgendwo über das jeweilige Pollenaufkommen informiert werden. Allergiker können auf dieser Grundlage dann gezielt entsprechende Vorkehrungen treffen.


Nutzen von Pollenflugvorhersagen
Eine tagesaktuelle Pollenflug-Vorhersage ist sinnvoll, da der Blühbeginn der Pflanzen witterungsbedingt um mehrere Wochen schwanken kann. Zudem hängt die Konzentration der freigesetzten Pollen und ihre Verbreitung ganz entscheidend vom aktuellen Wetter ab, was sowohl in die Analyse der Messdaten als auch in die Vorhersage des zu erwartenden Pollenfluges eingeht. Die gezielte Prophylaxe für die mehr als 12% Pollenallergiker in der Bevölkerung (Tendenz steigend) kann durch eine täglich aktualisierte Pollenflug-Vorhersage erheblich verbessert werden.

In Nordrhein-Westfalen konnte festgestellt werden, dass durch die Einrichtung des Polleninformationsdienstes die entsprechenden Arzneimittel gezielter eingesetzt werden können. Dadurch resultiert eine Erhaltung der Leistungsbreite in Schule und Arbeitsleben, mit einer Verminderung der Arbeitsunfähigkeitstage wegen Pollinosebeschwerden. Zudem kann die tägliche Angabe der aktuell zu erwartenden Pollenarten die Diagnostik für den Arzt und die Selbsteinschätzung für den Patienten erleichtern. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

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