Pollen in Stadt und Land
Gefährliche Verbindungen und längere Saison
Heuschnupfen-Betroffene müssen sich auf Veränderungen des Pollenflugs und der Qualität des Blütenstaubs einstellen. Einerseits dauert die Heuschnupfensaison durch veränderte Klimabedingungen und Blütenstaub aus dem Ausland immer länger. Andererseits sind Pollen durch die Verbindung mit Schadstoffen und Feinstaub generell aggressiver.
Heuschnupfensaison: Pollen fliegen länger und reisen weiter
Die Pollensaison beginnt in Deutschland heute schon im Januar und endet oft erst im November oder Dezember. Ursachen sind vermutlich hauptsächlich der Klimawandel mit einer zunehmenden Erderwärmung sowie eine stärkere Verbreitung von Pflanzenpollen aus dem Ausland. Denn die kleinen Naturwunder können erstaunliche Wege zurücklegen. In Deutschland hat man zum Beispiel schon Pollen aus dem marokkanischen Atlasgebirge gefunden. Daher müssen Pollenallergiker fast das ganze Jahr über achtsam sein, sich vor Pollen und ihren Auswirkungen schützen.
Stadtpollen: Feinstaub im Gepäck
In Stadtgebieten sind Pollen generell aggressiver und Menschen reagieren zunehmend empfindlicher auf diese „Killerpollen“, wie Fachleute vermuten aus folgenden Hauptgründen:
- In Städten gibt es generell mehr Pollen, da die stärkere Erwärmung durch den Verkehr und eine höhere Kohlendioxidkonzentration die Pflanzen zu einer vermehrten Pollenproduktion anregen.
- Die mit dem Verkehr verbundene Wärme und Luftzirkulation wirbeln den Blütenstaub ständig auf.
- Stadtpollen gehen oft eine Verbindung mit Schadstoffen wie Abgasen oder Feinstaub ein, die stetig zunehmen. Das verändert die Struktur der Pollen, sie wirken aggressiver und Allergene treten vermehrt hervor.
Feinstaub kann aus der Natur kommen oder vom Menschen erzeugt sein. Natürliche Vorkommen sind zum Beispiel Erde, Vulkanabsonderungen, Meere, Pflanzenpollen, Pilzsporen oder Bakterien. Sie lösen in der Regel keine Krankheiten aus. Aus menschlicher Produktion stammen dagegen schädliche Partikel, zum Beispiel aus Abgasen, Reifenabrieb, Industrieanlagen oder Kraftwerken.
Neben vorbeugenden und therapeutischen Maßnahmen hilft bei Pollenallergie daher auch eine bewusste Lebensweise, die möglichst wenig Umweltverschmutzung produziert – unserer eigenen Gesundheit zuliebe.