Etagenwechsel: Heuschnupfen / Asthma

Rund 13 Millionen Menschen sind in Deutschland von Pollenallergie betroffen. Viele gehen jedoch sehr leichtfertig damit um. Immer häufiger ist daher der so genannte Etagenwechsel – mit teilweise gravierenden Folgen. Unbehandelt kann eine Pollenallergie allmählich in chronisches Asthma bronchiale übergehen. Dabei wandern die Entzündungen der Schleimhäute von den oberen Atemwegen in die Regionen des unteren Atemtraktes und schädigen dort das Gewebe. Eine rechtzeitige, ursächliche Behandlung der Pollenallergie kann dies fast immer verhindern.
Risikofaktoren: Meist Gene und UmweltErbfaktoren spielen bei der Entstehung von Heuschnupfen oder Pollenasthma eine erhebliche Rolle. Sind beide Elternteile von allergischen Atemwegserkrankungen betroffen, liegt das Risiko der Kinder, ebenfalls Allergien zu bekommen, bei etwa 60 Prozent. Ein weiterer Grund sind Umweltbedingungen. In modernen Industrienationen mit einer hohen Schadstoffbelastung treten allergische Erkrankungen häufiger auf als in Ländern mit wenig Industrie, in Städten häufiger als auf dem Land. Doch auch eine zu ausgeprägte Hygiene kann schädlich sein. Um gesund aufzuwachsen, ein kräftiges Abwehrsystem ausbilden zu können, müssen Kinder richtig mit Erde und Naturmaterialien spielen dürfen. Selbst wenn sie sich dabei Infekte zuziehen – gerade diese stärken das kindliche Immunsystem und beugen unter anderem Allergien vor.
Allergisches Asthma bronchiale: Entzündung auf WanderschaftEtwa 30 bis 40 Prozent der Pollenallergiker entwickeln ein allergisches Asthma bronchiale. Bei unbehandeltem Heuschnupfen wandert die Entzündung der oberen Atemwege allmählich nach unten in die Lungenregion. Die Schleimhaut der Bronchien entzündet sich ebenfalls, schwillt an und verengt die Bronchien. Ferner kann es zu Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur kommen. Die Folge: Asthma – mit leichter bis schwerer Atemnot, im schlimmsten Fall Atemstillstand. Außerdem schädigt die Entzündung zunehmend das Schleimhautgewebe mit seinen feinen Flimmerhärchen, die für einen stetigen Abtransport von Fremdpartikelchen und Flüssigkeit aus der Lunge sorgen. Sie können so ihre Funktion nicht mehr erfüllen, es verbleibt Flüssigkeit in der Lunge, was die Atmung zusätzlich erschwert. Auf Dauer sind irreversible Schäden der Schleimhaut möglich und das Asthma wird chronisch. Mediziner unterschieden drei Schweregrade:
- Grad I: sporadische Atembeschwerden
- Grad II: episodische Anfälle
- Grad III: andauernde Atemnot